Geldanlage – Know-how für Anleger

10 Dinge, die Sie über Aktien wissen müssen

  1. Die Unternehmensgewinne bestimmen langfristig den Kursverlauf

    Da Aktien Beteiligungen an Unternehmen verbriefen, hängt ihr Kursverlauf entscheidend von der Entwicklung der Unternehmensgewinne ab. Sie verbessern oder verschlechtern sich im Gefolge der Gesamtkonjunktur und der Entwicklung in der entsprechenden Branche. Vor allem kommt es jedoch darauf an, wie erfolgreich das Management arbeitet, investiert, forschen lässt, Märkte erschließt und die Kosten in den Griff bekommt. Von diesen Faktoren hängt ganz wesentlich die Ertragsentwicklung ab – und von dieser im Großen und Ganzen wiederum die Kursentwicklung der jeweiligen Aktien. Zumindest langfristig. Denn das belegen Berechnungen, die zum Teil Zeiträume von mehr als 100 Jahren berücksichtigen, ganz deutlich: Der langfristige Kurstrend von Aktien entspricht früher oder später dem Gewinntrend der Unternehmen.

  2. Kurzfristig spielen politische und psychologische Aspekte eine große Rolle

    Kurzfristig dagegen schwanken die Börsenkurse mitunter gewaltig – wie das die Aktienanleger insbesondere in den letzten 15 Jahren erfahren mussten. Der kurzfristige Kursverlauf hängt mehr von psychologischen, markttechnischen und immer häufiger auch politischen Faktoren – wie der Eurokrise oder der Ukraine-Krise – ab als von harten Wirtschaftsdaten.

  3. Aktien machen nur als Langfristanlagen Sinn

    Eine Investition in Aktien ist allerdings ihrem ganzen Wesen nach – ganz ähnlich wie der Kauf einer Immobilie – eine langfristige Anlage; der Erwerb eines Sachwerts. Würden Sie, falls Sie Anteile an einer Restaurantkette hätten, diese morgen oder übermorgen oder in zehn Wochen schon wieder verkaufen, wenn Sie wissen, der Firma geht es gut, die Umsätze steigen und die Gewinne noch mehr? Das widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Ein gut geführtes Unternehmen agiert von Natur aus mit langfristigen Strategien, Investitionen, Personalplänen und Forschungsausgaben. Die Chancen und Risiken ändern sich daher nicht alle paar Tage. An der Börse dagegen handeln die meisten zu kurzfristig.

  4. Aktien sind keine Wett-, sondern Wertobjekte

    Zocker sehen die Aktie nur als Wett- und nicht als Wertobjekt (als Vehikel für Differenzgeschäfte, für kleine Schnäppchen). Durch dieses verrückte Hin- und Herhandeln werden die Kursausschläge immer heftiger und es kommt viel öfters als in früheren Zeiten zu maßlosen spekulativen Übertreibungen – nach oben wie nach unten.

  5. Zocker verleiden Sparern die Aktie
    Diese heftigen Kursbewegungen halten viele Anleger von Aktienkäufen ab. Obwohl sie diese kleingestückelten Unternehmensbeteiligungen gern als Langfristinvestment für den Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge einsetzen würden. Das ist sehr schade. Denn Aktien sind immer noch nicht zu teuer, gemessen an den beiden populärsten Bewertungskennziffern.
  6. Das KGV ist die wichtigste Bewertungskennziffer

    Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sagt aus, um das Wievielfache der Kurs über dem Jahresergebnis je Aktie liegt. Klar, dass es für den Langfristanleger umso reizvoller ist, je niedriger das KGV ausfällt. Ein KGV von beispielsweise 10 besagt, dass der Kurs10 Mal so hoch ist wie der Gewinn des Unternehmens, eines von 20, dass der Kurs den Ertrag um das 20-fache übersteigt. Im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte erreichten die KGVs rund 15 – im Herbst 2014 lagen sie aber in vielen Ländern, insbesondere in den europäischen, unter 13. Die Kurse könnten also um rund 20 % klettern und würden dann erst – bei den aktuellen Gewinnerwartungen – das historische KGV erreichen.

  7. Dividenden gewinnen an Bedeutung

    Ähnlich sieht es mit der Dividendenrendite aus, also der jährlichen Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs. Bei einer Dividende von 3 Euro je Aktie und einem Kurs von 100 Euro beträgt die Dividendenrendite 3 %. Das entspricht etwa der durchschnittlichen Dividendenrendite der DAX-Aktien im Herbst 2014, im EuroStoxx 50 lag sie noch höher. Diese Werte haben sogar noch Luft nach oben, denn die deutschen Aktiengesellschaften haben in den letzten Jahren im Schnitt nur 40 % Ihrer Erträge ausgeschüttet.

  8. Unternehmen verdienen viel mehr als nur ihre Dividenden

    Hier wird erst richtig deutlich, wie günstig Aktien sind. Würden die AGs den gesamten Gewinn ausschütten, läge die Dividendenrendite beim DAX bei sagenhaften 7,5 %. Aber auch die aktuellen rund 3 % sind viel im Vergleich zu den nicht einmal 1,0 % bei einer zehnjährigen Bundesanleihe. Und anders als Anleihezinsen werden Dividenden im Lauf der Zeit immer weiter erhöht – wie die Analysen zeigen, langfristig sogar deutlich stärker als die Inflationsrate.

  9. Dividendenrenditen schlagen Bank- und Anleihezinsen derzeit  klar

    In „normalen“ Zeiten bringen Anleihen stets höhere laufende Erträge als Aktien. Es kommt eher selten vor, dass die Dividendenrenditen die Anleihezinsen übertreffen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie das jemals so lange getan haben wie zurzeit. Salopp gesagt: Dividendenrenditen und somit Aktien sind derzeit so attraktiv wie selten.

  10. Dividenden sind langfristig und inflationsbereinigt entscheidend für den Gesamterfolg

    Zahlreiche Analysen belegen: Auf die lange Sicht kann nichts die Durchschnittserträge einer Aktienanlage schlagen. Ein viel größerer Anteil der Rendite als die meisten Anleger annehmen entfällt dabei auf die Dividende. Wenn sie Jahr für Jahr brav wieder angelegt wird, trägt sie üblicherweise langfristig deutlich mehr als die Hälfte zum Gesamtertrag bei. Vor allem real, also nach Abzug der Inflation, sind Aktien Zinsanlagen vorzuziehen. Das ist auch logisch, weil Unternehmen in einer Marktwirtschaft die Quellen von Wohlstand, Wachstum und Innovation sind. Sie würden wohl auch keine Kredite aufnehmen, wenn sie nicht davon überzeugt wären, dass sie damit höhere Erträge erzielen können als sie Kreditzinsen zahlen müssen!

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    Aktien sind keine Wettobjekte: sie verbriefen Anteile an Unternehmen
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    Bewertungskennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und die Dividendenrendite sind nützlich bei der Aktienauswahl